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Fachartikel · Interaktive Tafelsysteme

Interaktive Tafeln und Displays sicher prüfen

Interaktive Tafelsysteme gehören seit einigen Jahren zum Standardunterricht. Sie ersetzen die klassische Kreidetafel und verbinden Präsentation, digitale Lerninhalte und kollaboratives Arbeiten. Damit ein Gerät über Jahre hinweg zuverlässig funktioniert, muss es sowohl mechanisch als auch elektrisch geprüft werden. Die Prüfung ist Teil der Pflichten nach der Betriebssicherheitsverordnung, weil die Tafeln als Arbeitsmittel gelten.

Whiteboard oder Display: zwei Bauarten, ähnliche Prüfpflicht

Die DGUV Information 202-021 unterscheidet zwei Grundtypen interaktiver Tafelsysteme.

Beide Bauarten haben ein beträchtliches Eigengewicht und benötigen eine sichere Befestigung an der Wand oder an einer tragenden Konstruktion. Die Prüfpflicht ist für beide Systeme gleich: Die mechanische Tragfähigkeit muss gewährleistet sein, und die elektrische Installation muss den Vorgaben der DGUV Vorschrift 3 entsprechen.

Einige Whiteboard-Modelle besitzen zusätzlich klassische Tafelflügel. Wenn ein mobiles Whiteboard mit solchen Flügeln verwendet wird, kann die Standsicherheit beeinträchtigt sein. In solchen Fällen ist eine zusätzliche Sicherung erforderlich, bevor das Gerät im Unterricht eingesetzt wird.

Was mechanisch geprüft wird

Mechanische Prüfungen decken alle Bauteile ab, die das Gewicht tragen oder Bewegungen ermöglichen. Die wichtigsten Punkte sind:

Die mechanische Prüfung erfolgt durch eine befähigte Person nach Betriebssicherheitsverordnung. Der Prüfer dokumentiert das Ergebnis, erkennt mögliche Schwachstellen und gibt Empfehlungen für Nachbesserungen. Wie oft geprüft wird, richtet sich wie bei klassischen Tafeln nach der Gefährdungsbeurteilung des Schulträgers, als Richtwert nennt die DGUV Information eine Hauptuntersuchung etwa jährlich und einfache Sicht- und Funktionskontrollen durch geschultes Personal etwa vierteljährlich, jeweils angepasst an Nutzung und Zustand.

Was elektrisch geprüft wird und wie oft

Interaktive Tafeln besitzen ein umfangreiches elektrisches System: Stromversorgung, Datenkabel, Sensoren und die interne Elektronik des Displays. Die elektrische Prüfung umfasst folgende Punkte:

Die elektrische Prüfung muss von einer Elektrofachkraft durchgeführt werden, weil sie die Vorgaben der DGUV Vorschrift 3 erfüllt. Die Praxis hat folgende Prüfintervalle etabliert:

Diese Intervalle sind Richtwerte aus der DGUV Information 202-021. Der konkrete Prüfplan wird vom Schulträger nach einer Gefährdungsbeurteilung festgelegt.

Ein zusätzlicher Aspekt ist die Dokumentation. Bei jeder Elektroprüfung wird ein Prüfprotokoll erstellt, das den Zustand der Kabel, die Ergebnisse der Schutzmaßnahmetests und eventuelle Mängel enthält. Dieses Protokoll ist Teil der betrieblichen Unterlagen und dient als Nachweis für die Einhaltung der Sicherheitsanforderungen.

Warum sich ein gemeinsamer Prüftermin lohnt

Mechanische und elektrische Prüfungen betreffen dieselben Geräte, jedoch unterschiedliche Fachbereiche. Ein getrenntes Vorgehen bedeutet zwei Anfahrten, zwei Terminabsprachen und zwei Dokumentationspakete. Ein gemeinsamer Prüftermin bietet mehrere Vorteile:

Um einen gemeinsamen Termin zu planen, sollte die Schule die folgenden Schritte beachten:

01

Bestandsaufnahme

Alle interaktiven Tafelsysteme mit Standort und Bauart erfassen.

02

Gefährdungsbeurteilung

Festlegen, welche Geräte ortsfest und welche ortsveränderlich sind.

03

Kontakt zum Fachbetrieb

Ein Angebot für einen kombinierten Prüfauftrag anfordern.

04

Terminabstimmung

Den Termin mit dem Hausmeisterteam abstimmen, damit der Zugang zu den Räumen gesichert ist.

05

Durchführung

Der Prüfer führt beide Prüfungen nacheinander durch, erstellt ein einheitliches Protokoll und gibt Hinweise zu Nachbesserungen.

Durch die strukturierte Vorgehensweise kann die Schule den Prüfungsaufwand minimieren und gleichzeitig die Sicherheit der Lernumgebung erhöhen. Interaktive Tafeln und Displays bleiben so funktionsfähig, und das Risiko von Sturzgefahren oder elektrischen Fehlfunktionen wird deutlich reduziert.

Fazit

Die regelmäßige Prüfung interaktiver Tafelsysteme ist ein zentraler Bestandteil des Arbeitsschutzes an Schulen. Mechanische Stabilität und elektrische Sicherheit gehen Hand in Hand. Mit einem kombinierten Prüftermin lässt sich Aufwand reduzieren, Kosten senken und die Dokumentation vereinfachen. Schulen, die diese Vorgehensweise nutzen, können sicherstellen, dass ihre digitalen Lernmedien zuverlässig und gefahrlos im Unterricht eingesetzt werden.

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